Die Frage nach dem richtigen Shopsystem ist eine der wichtigsten Entscheidungen im E-Commerce – und eine, die sich später nur mit großem Aufwand korrigieren lässt. Es gibt nicht das beste System, sondern das passende für Ihr Sortiment, Ihre Prozesse und Ihre Wachstumspläne. Dieser Vergleich ordnet die vier wichtigsten Systeme ein.
Shopify: der schnelle Start ohne Technik-Sorgen
Shopify ist eine gehostete Plattform: Server, Updates, Sicherheit und Skalierung übernimmt der Anbieter gegen eine monatliche Gebühr. Der Einstieg ist schnell, die Bedienung einfach, der App Store riesig. Grenzen zeigen sich bei sehr individuellen Prozessen, komplexen B2B-Anforderungen und bei Anpassungen tief im Checkout. Zudem fallen neben der Grundgebühr je nach Zahlungsabwicklung Transaktionsgebühren an.
Passt für: Marken und Händler mit klarem Sortiment, die schnell starten und sich nicht um Technik kümmern wollen.
WooCommerce: Shop und Webseite aus einem Guss
WooCommerce erweitert WordPress um einen vollwertigen Shop. Wer ohnehin mit WordPress arbeitet und bei dem Inhalte – Blog, Ratgeber, Leistungsseiten – eine große Rolle spielen, bekommt Webseite und Shop in einem System. Die Flexibilität ist hoch, die Kosten sind überschaubar. Bei sehr großen Sortimenten, vielen Varianten und hohen Bestellzahlen braucht es ein sauberes Setup und gutes Hosting, sonst wird der Shop langsam.
Passt für: Unternehmen mit inhaltsstarker Webseite, kleinen bis mittleren Sortimenten und dem Wunsch nach voller Kontrolle.
Shopware: der deutsche Mittelstandsstandard
Shopware 6 ist ein Shopsystem aus Deutschland und auf den europäischen Markt zugeschnitten – rechtliche Anforderungen, Zahlungsarten und Steuerlogik sind von Haus aus abgedeckt. Mit Erlebniswelten lassen sich Inhalte und Produkte ohne Programmierung gestalten, über Plugins und Schnittstellen wächst der Shop mit. Die Community Edition ist kostenlos, die kostenpflichtigen Editionen bringen B2B- und Marketing-Funktionen. Der Aufwand für Einrichtung und Betrieb ist höher als bei Shopify.
Passt für: Händler mit wachsendem oder umfangreichem Sortiment, individuellen Prozessen und Anbindung an Warenwirtschaft und ERP.
Magento / Adobe Commerce: für große und komplexe Setups
Magento ist ausgelegt auf große Sortimente, mehrere Shops und Sprachen aus einer Installation, Kundengruppen mit individuellen Preisen und komplexe B2B-Prozesse. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt – das gilt auch für den Aufwand: Entwicklung, Hosting und Wartung sind anspruchsvoller und teurer als bei allen anderen Systemen hier. Für kleinere Shops ist Magento in der Regel überdimensioniert.
Passt für: Unternehmen mit hohen Bestellzahlen, internationalen Shops und anspruchsvollen B2B-Anforderungen – und dem Budget dafür.
Die entscheidenden Fragen
- Wie groß ist das Sortiment heute, wie groß in drei Jahren?
- Verkaufen Sie an Verbraucher, Geschäftskunden oder beide?
- Welche Systeme müssen angebunden werden – Warenwirtschaft, ERP, Buchhaltung, Versand?
- Wie wichtig sind Inhalte und Suchmaschinen-Sichtbarkeit neben dem reinen Verkauf?
- Wollen Sie die Technik selbst betreiben (lassen) oder komplett auslagern?
- Welches Budget steht für Aufbau und laufenden Betrieb zur Verfügung?
Unsere Empfehlung
Lassen Sie sich systemunabhängig beraten. Eine Agentur, die nur ein System anbietet, wird Ihnen dieses System empfehlen – unabhängig davon, ob es passt. Wir setzen alle vier Systeme um und wählen anhand Ihrer Antworten auf die Fragen oben. Häufig ist die Entscheidung dann klarer, als sie zunächst erscheint.